STUHL

2014

WERK IM FORTLAUFENDEN PROZESS

ELEKTROINSTALLATION / MIXED MEDIA

88 CM X 40 CM X 48 CM 

AKTUELLE STÜCKZAHL 15

„Stuhl 1“ ist die Bezeichnung des ersten von mir auf Glühbirnen gebauten Stuhls (2009) .

Die weiteren von mir hergestellten Stühle werden fortlaufend nummeriert und auch optisch verändert und sind somit Einzelstücke. Die Arbeit Stuhl ist keine starre Installation, sonder kann individuell

und spezifisch zu einem Ausstellungsthema ausgestellt werden. Sei es ein einzelner Stuhl, zwei Stühle im Dialog oder auch mehrere Stühle sowie auch im Kontext mir einer zusätzlichen von mir erstellten Arbeit.

Auch kann die Aussage (Ausstrahlung) der Installation von ihrer Umgebung variieren. Z.B in einem grossen, von Menschen überfülltem Raum oder einer Halle, bis hin zu einem abgedunkelten, fast isoliert wirkendem Raum.

Statische Thematik:

Kann ich mich draufsetzen oder nicht??

Der Stuhl verlockt den Betrachter sich auf Ihn zu setzen doch er weis

eigentlich, dass es statisch nicht funktionieren kann und die Glühbirnen brechen würden .

Durch die Betonoptik des Stuhles soll der Druck auf die Glühbirnen zusätzlich verstärkt

werden.

Philosophische Thematik:

Einzelstuhl/

Sich Zeit nehmen, in sich gehen, sich eine Pause gönnen, Einsamkeit..

2 oder mehrere Stühle/

Dabei ist es abhängig davon wie die Stühle positioniert werden

- z.B parallel nebeneinander stehende Stühle Anonymität kann bewart werden, trete ich in Kontakt mit meinem Nachbarn?

- gegenüber stehende Stühle / Auge in Auge mit dem Gegenüber, wie weit öffne ich mich im Dialog?

- leicht versetzte gegenüber stehende Stühle / Meinungsverschiedenheit bzw., Uneinigkeiten

 

Die aus der Arbeit heraus entstanden Themen und Fragen :

unsere Kommunikation im elektronischen Zeitalter, Auge in Auge,

Zerbrechlichkeit , Statik , Abhängigkeit (z.B. von Energie,

Gesellschaftszwängen.....) , Erleuchtung, Thron , Wahrheit und Lüge ,

Manipulation, Dialog, Nähe, Distanz ....

 

Text / Haus für Elektronische Künste Basel:

Mit „ Stuhl 1 “ gelingt es Gerd Paulicke den durch die menschliche

Logik begrenzten Erfahrungsbereich durch das Phantastische und

Absurde gekonnt zu erweitern. Ein Stuhl schwebt durch Licht dem

Boden enthobene, surreale Sphäre und wir würden nur im Traum

daran denken, uns darauf zusetzten . Das Ritual des Platznehmens

ist zwar defunktionalisiert , doch mit Hilfe der Glühbirnen wieder

dem Alltag angeschlossen.

IM FRAGESTRUDEL (Ausschnitt)

​Text :

Frau Dr.Susanne Claussen / Katholische Kirche Wiesbaden /

Hier stehe ich ! ...Standpunkte die bewegen / 2017

Verfremdet sind auch die Stühle, die auf leuchtenden Glühbirnen stehen. Gebraucht, schmucklos, etwaiger Polster beraubt (man sieht noch ein paar Sprungfedern), leuchtet es unter jedem ihrer Beine. Wie geht das? Darf man sich da drauf setzen? Zerbrechen die Glühbirnen nicht?

Betrachtet man die Werke, kommen also zuerst Fragen nach Funktion und Technik auf.

Diese grundsätzliche Frage „Wie geht das?“ wird jede_r Betrachter_in auf ihre/seine Weise für sich lösen: Manche stellen sie erst gar nicht, andere werden sie als für den Bereich der Kunst irrelevant abtun, und wieder andere würden vielleicht gern unter das Tischtuch schauen. Gerd Paulicke hilft uns bei dieser Frage nämlich nicht weiter. So haben wir sogar in Zeiten scheinbar unendlicher technischer Möglichkeiten Dinge, Gegenstände vor uns, die Rätsel aufgeben. Im Wort „Gegenstand“ steckt das Wort „gegen“: Die Auseinandersetzung mit einem Ding ist anders, ist konkreter, fester, „gegenständlicher“ als mit einer Idee oder einem Bild.